*1974 in Vilshofen

Ausbildung zum Kirchenmaler/Restaurator, seit 2011 freischaffender Künstler

lebt und arbeitet in Regensburg und Vilshofen

 

 

 

 

 

Ausstellungen (Auswahl)

 

Einzelausstellungen

2011 „Industrielandschaften“ Stadtgalerie Vilshofen

2014 „Ausser Betrieb“ Galerie Halle II Straubing

2016 "Position R 5" Städtische Galerie Leerer Beutel, Regensburg

2016 Via-Regia Stipendium auf Schloss Königshain/Görlitz, Ausstellung und Artist in Residence

2016 "Ausser Betrieb" Kunstverein Landshut

2016 DEPO2015, Pilsen, Tschechische Republik

2017 „Nur für Personal“ Galerie Art Affair, Regensburg

 

Gruppenausstellungen

 

seit 2010 regelmäßig Jahresschau Kunst- und Gewerbeverein Regensburg

seit 2012 regelmäßig Große Ostbayerische Kunstausstellung

2012 Finalist Blooom Award, Blooom/ART.FAIR Köln

2012 „Parallel“ BBK-Kunstforum Düsseldorf

2013 „Stadtgeschichten“ Kunstverein GRAZ Regensburg

2013 „Lebensräume“ Galerie ArtAffair Regensburg

2013 „Überbleibsel“ Konnektor-Forum für Künste Hannover

2014 „a la ligne“ Galerie ArtAffair Regensburg

2014 „Debütanten“ Kunst- und Gewerbeverein Regensburg

2014 „Zeitgenössische Kunst in der Oberpfalz“ Cordonhaus Cham

2015 „Schnittstellen“ Galerie ArtAffair Regensburg

2015 „GWAX“ Kunstverein GRAZ Regensburg

2015 „Jurorenausstellung“ Kunstverein Ebersberg

2015 „Draußen“ Oberpfälzer Künstlerhaus

2015 Vis a Vis Kunsthaus Museum Obernberg, Österreich

2017 Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten, Kunsthaus Nürnberg, Yermilov Art Centre Charkiev, Ukraine

2017 „Erwarten Sie Wunder“, Museum Ulm

 

Festivals/Biennalen

Ostrale O´14 Dresden

NordArt 2015

 

Öffentliche Ankäufe/Preise/Stipendien

Kunstpreis 2013 des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg

Debütantenförderung 2014 Freistaat Bayern

Kulturförderpreis 2015 der Stadt Regensburg

Via-Regia Stipendium 2016

Kunstsammlungen der Stadt Regensburg

 

 

 


Urlaub in Bitterfeld – Stefan Bircheneders spezieller Blick auf die Welt

 

Den Gemälden Stefan Bircheneders kann man sich nur schwer entziehen. Sie verkörpern einen geradezu magischen Realismus, auch wenn man solchen kunsthistorischen Schubladen immer vorsichtig gegenüberstehen muss. Seine Malerei zeichnet sich vor allem durch eine Übersteigerung der Farben aus. In seinem preisgekrönten Werk, „Buntgas“, treten uns wie zum Gruppenfoto aufgestellte Gasflaschen in teilweise kreischenden Bonbonfarben vor Augen. Ein Maschendrahtzaun durchzieht die gesamte Bildfläche und markiert somit die ästhetische Grenze zwischen Bild- und Realraum. Das obere Bilddrittel ist in gleißendes Licht getaucht, das den Zaun scheinbar auflöst. Neugierig studieren wir die Schriftinformation eines jeden, noch so unauffälligen Aufklebers. Die Banderolen mit der Information „GESPERRT“ verheißen nichts Gutes und schreiben den Behältern ein gesteigertes Gefahrenpotential zu. Rostiger Verfall und frische Farben sind austariert und führen zu einer verstörenden Ambivalenz – ein harmloses Stillleben würde wohl anders aussehen.

 

Oft weitet sich jedoch auch der Blick, wie bei der Hafenansicht im Gegenlicht. Die halb von einem Hafenkran verdeckte Sonne reflektiert auf den Schienen und an der Lagerhausfassade. Diese Komposition ist von großer malerischer Meisterschaft in jedem Detail bestimmt, und gipfelt in der Lichtwiedergabe im Bildhintergrund unterhalb des Krans. Stefan Bircheneder hat das Areal des Regensburger Hafens für sich und seine Kunst entdeckt. Am Anfang stehen die Streifzüge mit der Kamera. Im Atelier folgt dann die Umsetzung in Malerei, wobei es zu kompositorischen und farblichen Veränderungen kommt, wie der Künstler selbst es beschreibt. Das zeigt bereits die völlige Autonomie seiner Gemälde, die ihren eigenen Gesetzen gehorchen.

 

Ihren ganz eigenen Reiz haben auch die Bilder der „Grenzgelb“-Reihe. Durch einen radikalen Fokus entstehen Kompositionen mit konkretem Charakter. Grellgelbe Farblinien – auf das Pflaster gemalt – werden in der Wahl des Bildausschnitts sublimiert. Wenn sich der Blick von der starken Farbe löst, erkennt man die unterschiedliche Beschaffenheit des Grundes. Neben die konkreten Formen treten manchmal geradezu informelle Strukturen. Man empfindet ein großes Vergnügen, in diesen Gemälden auf optische Wanderschaft zu gehen.

 

Ob der Blick nun nah am Objekt ist, oder sich vor den Augen eine Hafen- oder Industrielandschaft ausbreitet – die Gemälde von Stefan Bircheneder haben eine unglaubliche Kraft und sie lehren uns, die Welt durch seine Augen zu sehen. Diese Welt kann auch schon mal in einem Industriegebiet auf dem Gebiet der ehemaligen DDR liegen: „Wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch, der jemals in Bitterfeld seinen Urlaub verbracht hat.

 

Dr. Reiner Meyer

 

Leiter der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Regensburg